
Melanie Bernstein (CDU) vertritt Wahlkreis Segeberg – Stormarn-Mitte
Melanie Bernstein (CDU) vertritt Wahlkreis Segeberg – Stormarn-Mitte
Bad Segeberg/Berlin – Manchmal überraschen Politiker mit ungewohnten Wortmeldungen. So erinnerte die CDU-Bundestagsabgeordnete Melanie Bernstein am 13. August 2026 an den „Internationalen Linkshändertag“, der in diesem Jahr zum 50. Mal begangen wurde. Etwa jeder zehnte Mensch schreibt bevorzugt mit der linken Hand, und dieser ziemlich exklusiven Minderheit gehört sie selbst an. Der Internationale Tag der Linkshänder mache seit 1976 darauf aufmerksam, „dass Linkshändigkeit etwas völlig Natürliches ist“, schreibt sie auf ihrer Facebook-Seite. Für sie sei es ein „schöner Anlass für ein kleines Augenzwinkern: Manchmal muss man die Dinge eben von der anderen Seite angehen.“
In ihrem Arbeitsalltag befasst sich die 1976 in Buchholz in der Nordheide geborene Politikerin mit den großen Fragen der Zeit wie Finanzen und äußere Sicherheit. Im Mai fand auf ihre Einladung eine sicherheitspolitische Veranstaltung unter dem Motto „Zeitenwende glaubwürdig gestalten: Die Bundeswehr zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ statt. Fast 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kamen im Jagdschloss Malepartus zusammen, um sich über die sicherheitspolitische Lage im Allgemeinen und die Zukunft der Bundeswehr im Besonderen zu informieren. Bernstein begründete ihre erfolgreiche Veranstaltungsreihe mit den „herausfordernden Zeiten“, die einen direkten „Austausch mit den Verantwortlichen unserer Streitkräfte“ unverzichtbar machten. Sichtbar erfreut begrüßte sie den Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, der in seinem Vortrag über Fortschritte bei der Umsetzung der „Zeitenwende“ berichtete. „Die Zeitenwende beginnt hier vor Ort in den Köpfen“, unterstrich der ranghöchste deutsche Soldat. „Die Sehnsucht nach der Zeit nach dem Kalten Krieg ist verständlich. Aber wenn man Probleme nicht sehen will, gehen sie davon nicht weg. Nostalgie ist keine Strategie.“ Breuer forderte eine größere militärische Abschreckungswirkung zur Friedenswahrung: „Wir setzen auf Abschreckung. Ein Angriff gegen unser Bündnis darf sich für Putin nicht lohnen.“
Als Finanzpolitikerin, die großen Wert auf einen direkten Draht zu den örtlichen Unternehmen und Stadtverwaltungen legt, hält Bernstein die Umsetzung des Infrastrukturfinanzierungsgesetzes für einen relativen Erfolg. Demnach fließen rund 143 Millionen Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität in ihren Bundestagswahlkreis. „Unsere Städte und Gemeinden erhalten damit die Möglichkeit, dringend notwendige Projekte anzupacken: moderne Schulen und Kitas, leistungsfähige Verkehrswege, attraktive Sportstätten und eine Infrastruktur, die den Anforderungen der Zukunft gerecht wird“, zählt die 49-Jährige auf. „Entscheidend ist, dass die Mittel schnell und unbürokratisch dort ankommen, wo sie gebraucht werden – in unseren Kommunen.“ Schließlich seien starke Städte und Gemeinden das Fundament eines starken Landes.
Nach ihrem Magisterstudium der angewandten Kulturwissenschaften an der Universität Lüneburg war Melanie Bernstein zunächst bei mehreren mittelständischen Unternehmen beschäftigt. Ihrem CDU-Eintritt im Jahr 2003 folgte das Engagement als stellvertretende Parteivorsitzende in Segeberg und als Beisitzerin im Landesvorstand der schleswig-holsteinischen CDU. Nach einer kurzen Zeit als Landesgeschäftsführerin der Jungen Union in Schleswig-Holstein arbeitete sie von 2005 bis 2017 als CDU-Kreisgeschäftsführerin sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Landtags- und Bundestagsabgeordneten. 2017 zog sie selbst in den Bundestag ein und war bis 2021 Obfrau der CDU/CSU-Fraktion im Ausschuss für Kultur und Medien sowie Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Bis zum erneuten Bundestagseinzug im Februar 2025 führte Bernstein eine Kommunikationsagentur mit Sitz in Neumünster und Hamburg. Zur letzten Bundestagswahl kandidierte sie im Wahlkreis Segeberg – Stormarn-Mitte und konnte sich mit 32,3 Prozent der Erststimmen klar gegen den SPD-Wahlkreisinhaber Bengt Bergt durchsetzen. Somit ist die Christdemokratin die direkt gewählte Vertreterin dieses Wahlkreises in Berlin und unterhält ihr Bürgerbüro passenderweise in Bad Segeberg. Derzeit ist die multiaktive Norddeutsche Mitglied im Haushalts-, Rechnungsprüfungs- und Kultur- und Medienausschuss sowie stellvertretendes Mitglied im Verteidigungsausschuss. Damit umfasst ihr parlamentarisches Aufgabenfeld das weite Spektrum von der Finanz- über die Kultur- bis zur Sicherheitspolitik.
In ihrer Funktion als Medienpolitikerin äußerte sie sich im Januar zum Grünen-Antrag „Film- und Kinostandort Deutschland stärken“. In ihrer Rede bezeichnete sie die Lage der heimischen Filmbranche als „ernst“. Produktionsfirmen und Kinos kämpften um ihr Überleben, und der Filmstandort Deutschland stehe wegen des internationalen Wettbewerbs unter erheblichem Druck. „Wir alle sind uns einig, dass wir die deutsche Filmindustrie stärken wollen“, betonte Bernstein. „In der politischen Debatte der vergangenen Monate ging es im Wesentlichen um die Frage: Wie? Also ob wir ein Investitionsverpflichtungsgesetz brauchen oder ob wir es zunächst mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Anbieter versuchen, die sich verpflichten, in deutsche beziehungsweise in Deutschland produzierte Werke zu investieren.“ Namens der CDU/CSU-Fraktion arbeitete sie die Vorteile der Freiwilligkeit heraus, die eine weitere Bürokratisierung zulasten des eigenen Produktionsstandortes verhindere. Die Rednerin schloss mit den Worten: „Wir wollen den Filmstandort Deutschland zukunftsfest machen: mit Marktvertrauen statt Überregulierung, mit Kooperation statt Zwang und mit nachhaltigen Strukturen statt kurzfristiger Effekte.“
Bernstein versucht ihren Wählern möglichst umfassend Rechenschaft über ihre parlamentarische Tätigkeit zu geben. In ihrem „Bericht aus Berlin vom 10. Juli 2026“ informierte sie aus Regierungssicht über die wichtigsten Themen der Sitzungswoche. Der Druck werde immer größer: „Die demografische Entwicklung treibt die Kosten in Rente, Pflege und Gesundheit nach oben. Gleichzeitig belasten hohe Sozialabgaben viele Beschäftigte und Betriebe. Wenn wir hier nicht gegensteuern, wird es für unseren Standort immer schwieriger.“ Zu den Schwerpunkten der Berliner Woche zählte die CDU-Politikerin die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung, das Gebäudemodernisierungsgesetz, das Bundespolizeigesetz und Schritte für mehr Versorgungssicherheit beim Strom. Diese Sitzungswoche zeige ihr vor allem eines: „Wir müssen an mehreren Stellen gleichzeitig anpacken. Es reicht nicht, nur einzelne Probleme zu lösen. Wir brauchen Reformen bei der Wirtschaft, bei der sozialen Sicherung, bei der Sicherheit und bei der Verwaltung.“ Dann verabschiedete sich Melanie Bernstein in die sitzungsfreie Sommerzeit und freute sich auf ihre Zeit im Wahlkreis. In Berlin geht es für sie am 7. September weiter – dann natürlich mit dem nächsten parlamentarischen Tätigkeitsbericht.
